Eine Auswahl realisierter Projekte


Sababurg, Hofgeismar (Hessen)

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Die unter Denkmalschutz stehende Sababurg, auch Dornröschenschloss genannt, liegt im Herzen des Reinhardswalds in der Nähe von Hofgeismar. Ab 1491 wurde mit der Errichtung der Grundmauern der Ursprungsanlage begonnen. Sie zählt zu den wenigen Anlagen des Mittelalters mit bekanntem Gründungsdatum. Heute wird die Sababurg als Hotel, gastronomische Einrichtung, Standesamt, Kulturschloss mit Theater und Musik sowie als Erlebnisschloss mit Märchenrundgang genutzt.

Auf Grund der Größe wurde die Baumaßnahme vom Ingenieurbüro in sieben Bauabschnitte unterteilt und dauerte drei Jahre. Die Aufgabe war, möglichst viel historische Bausubstanz zu erhalten. Das erforderte von der Bauleitung ein Höchstmaß an Sensibilität und Genauigkeit während der Ausführungsarbeiten. Das Hauptaugenmerk der Baumaßnahme lag auf den inneren und äußeren Ringmauern mit Rundweg, dem Palas mit Aussichtsturm sowie der Gewölbebrücke. Um möglichst viel Mauerwerk der Ringmauern zu erhalten und statisch zu sichern, wurden Risse und Hohlräume verfüllt bzw. abgedichtet und Injektionsmörtel eingebracht. Dieser erhielt eine zusätzliche Vernadelung und Verpressung der Vernadelung.

Die Gründungssicherung erfolgte durch Pfahlgründung (Kleinbohrpfähle) und Erdvernagelung. Auf Grund von großen Hohlräumen im Erdreich wurden zusätzlich Geotextil-Verpressstrümpfe eingebaut. Des Weiteren erfolgte an den Ringmauern zusätzlich eine Mauerwerksinstandsetzung. Um die Standsicherheit der Gewölbebrücke wieder zu gewährleisten, wurde diese mauerwerksmäßig instand gesetzt.

Das Kernstück der Sababurg ist der Palas mit Aussichtsturm. Hier war die Herausforderung eine Mörtelmischung zu finden, die hinsichtlich denkmalpflegerischer und bauphysikalischer Anforderungen Bestand hat. Verwendet wurde ein Kalkspatzenmörtel als Baustellenmischung. Als Verfugtechnik kam die Handverfugung zur Anwendung. Im Vorfeld erfolgten die Naturwerksteininstandsetzung und Mauerwerksinstandsetzung mit Steinaustausch, Riss- und Hohlraumverfüllung sowie die zusätzliche Vernadlung und Verpressung.

  • Architekt: HAZ Beratende Ingenieure für das Bauwesen GmbH, Kassel
  • Bauherr: Hessisches Baumanagement, Regionalniederlassung Nord
  • Auftraggeber: Denkmalplan – Gesellschaft für Bauwerksanierung mbH
  • Bearbeiter: Marco Ritschel, Kristin Schwabe
  • Aufgabenstellung: Instandsetzung von Mauern der Burganlage
  • Planungsleistung: Bauleitung
  • Baujahr: 15. Jahrhundert
  • Sanierung: 2009 bis 2012